Heinkel He 45

Auf Anordnung des Fliegerstabs des Reichswehrministeriums begann Heinkel 1931 mit der Entwicklung der Heinkel He 45, die als leichter Bomber und Aufklärer konzipiert war. Die als Doppeldecker ausgelegte Maschine sollte vor allem leicht zufliegen und zu warten sein. Der Erstflug mit einem wassergekühlten BMW VI 12 Zylinder mit 600 PS, der einen hölzernen Zweiblatt-Propeller antrieb, fand im Frühjahr1932 statt. Die Maschine erhielt die Bezeichnung He 45a und war ein stoffbespannter, zweistieliger Doppeldecker ungleicher Spannweite. Der Rumpf mit rechteckigem Quer-schnitt bestand aus geschweißten Stahlrohren; die Oberseiten hatten eine Beplankung aus Leichtmetall. Ende 1932 bestellte das Reichsverkehrsministerium mehrere Maschinen für die Deutschen Verkehrsfliegerschulen (DVS), wo sie, vor allem in Schleißheim, für die Ausbildung der Aufklärungsflieger eingesetzt wurden. Sie trugen zivile Registrierung und waren unbewaffnet. Die Serienmaschinen erhielten BMW VI 6,0 Motoren mit 660 PS und flogen rund 250 km/h in Meereshöhe. Die He 45b war mit einem 7,9 mm MG 17 ausgerüstet, das durch den Propeller schoss, und konnte entweder Bomben oder Kameras mitführen. 1934 wurden 320 He 45 bestellt, und um das Flugzeug bis zum Herbst 1935 ausliefern zu können, wurden sie auch bei den Bayerischen Flugzeug-Werken, bei der Gothaer Waggonfabrik und bei Focke-Wulf produziert. Heinkel selbst baute 69 He 45, darunter auch einige He 45b, die als He 61 nach China exportiert wurden. 1934 folgten die He 45c und 45d, wo der BMW VI 7,3 eingebaut wurde. Die He 45 war ab 1936 sowohl bei den Fernaufklärungsstaffeln als auch bei den Flugzeugführerschulen eingesetzt. Bei Einstellung der Produktion 1936 waren insgesamt 512 Flugzeuge hergestellt worden. Erste Kampfeinsätze fanden im Spanischen Bürgerkrieg statt. Ab 1937 wurden He 45 auch bei den Fernaufklärungs-gruppen geflogen, ab 1942 bei Störkampfstaffeln zu Nachteinsätzen an der Ostfront herangezogen, bis sie 1943 schließlich von der Front zurückgenommen wurden.

Varianten

(Hinweis: die Zusatzbezeichnungen a, b und c wurden bei den jeweiligen Serienmaschinen durch die Großbuchstaben A, B und C ersetzt).

He 45A: erste Serienversion.

He 45A-1 Schulflugzeuge und He 45A-2 Aufklärer.

He 45B: verbesserte Serienversion; als He 45B-1 Aufklärer mit einem 7,92 mm Maschinengewehr und als He 45B-2 Bomber mit 100 kg Bomben an Bord. 


He 45B: verbesserte Serienversion; als He 45B-1 Aufklärer mit einem 7,92 mm Maschinengewehr und als He 45B-2 Bomber mit 100 kg Bomben an Bord.

He 45C: Serienversion der He 45c, nur die unteren Flügel besaßen Querruder.

He 45D: glich der He 45C mit geringfügigen Verbesserungen.

He 61: Bezeichnung der Aufklärer-Version für die damalige Volksrepublik China mit einem 660 PS (492 kW) BMW VI Motor; wurde in kleinen Stückzahlen ausgeliefert. 

Technische Daten Heinkel He 411-C

Typ: ein zweisitziger Aufklärer/leichter Bomber-Doppeldecker.

Triebwerk: ein wassergekühlter BMW VI 7,3 Zwölfzylinder mit 750 PS (559,5 kW) Leistung:

Höchstgeschwindigkeit 290 km/h in Meereshöhe;

Reisegeschwindigkeit 220 km/h in Meereshöhe;

Steigflugdauer 2,4 min auf 1.000m;

Reichweite 1.200 km;

Dienstgipfelhöhe 5.500 m.

Gewicht:

Leergewicht 2.105 kg;

max. Startgewicht 2.741 kg.

Abmessungen:

Spannweite 11,53 m; Länge 10,65 m; Höhe 3,63 m;

Tragflügelfläche 40,08 m².

Bewaffnung: ein vorwärts feuerndes 7,92 mm MG 17, ein schwenkbares MG 15 im hinteren Cockpit des Beobachters plus bis zu 300 kg Bomben.

Heinkel He 45        Archiv Lüdemann


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